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Gehirn oder Gefühl?


Gewohnheit

Viele unserer Entscheidungen treffen wir aus Gewohnheit. Das sind schöne Autobahnen für unser Gehirn. Hier kann es Gas geben ohne viel Nachzudenken. Und das spart Sprit, in diesem Fall Energie, bzw. Zucker. Den meisten Zucker verbraucht ja unser Gehirn und da ist es nur logisch, hier etwas zu sparen, indem nicht immer über jede Entscheidung lang nachgedacht werden muss. Das spart Energie und Zeit. Und Gewohnheiten sind Gefühlssache. Gewohntes fühlt sich gut an, Ungewohntes eher schlecht.


Abkürzungen

Emotionen dienen uns also als Abkürzung, um Entscheidungen schneller zu treffen. Mit jeder Erfahrung, die wir machen wird auch eine Emotion abgespeichert. Wenn wir nun eine neue ähnliche Erfahrung machen, wird die bereits abgespeicherte Emotion wieder abgerufen. Und das beeinflusst unsere Entscheidung unbewusst.

Wie es zu Gewohnheiten und damit verbundenen Emotionen kommt, ist oft Zufall und nicht immer logisch nachvollziehbar.


Kognitive Dissonanz

Manche Entscheidungen sind sogar ziemlich unlogisch und so entsteht ein Konflikt zwischen Tatsache und Logik. Und daher bastelt unser Gehirn nachträglich rationale Begründungen für Entscheidungen, die wir rein emotional getroffen haben. Unser Gehirn erfindet dann Geschichten, um unser Handeln zu erklären. Ziel ist, uns von unangenehmen Gefühlen zu befreien, die durch kognitive Dissonanzen entstehen, also wenn wir anders handeln, als es uns der Verstand einflüstert. Und dabei kommt es dem Verstand nicht allzu sehr auf die Wahrheit an.


Logisch

Gefühle wie Trauer, Neid und Wut sind unangenehm und keiner hat diese gern. Aber auch diese gehören zum menschlichen Grundinventar. Und diese sind wichtig, etwas zu bewegen: Sie motivieren uns, etwas zu verändern! Auch, wenn diese im Moment unangenehm sind, aber niemand will dauernd in diesen Gefühlszuständen bleiben und so kam die Spezies Mensch auch immer weiter.


Der richtige Umgang

Und um auch aus diesem negativen Gefühlssog schnell herauszukommen, gibt es eine Abkürzung. Diese ist zwar auch nicht angenehm, aber sie hilft: die negativen Gefühle bewusst anschauen. Warum bist du so unzufrieden, verzweifelt oder wütend? Welche Annahme liegt deinem Gefühl zugrunde?

Der Verstand ist so genial, dass er sogar eigene Denkfehler erkennen kann. Also: alles auf den Tisch, Inventur gemacht und alles aus der Distanz betrachten.

Was aber tun, wenn es nicht an der eigenen Wahrnehmung lag und sich die Dinge nicht ändern lassen? Hier helfen solche Fragen wie: Was kannst du tun, damit das schlechte Gefühl den Rückzug antritt? Musst du jemanden zur Rede stellen? Kannst du jemanden um Hilfe bitten?

Wie schon geschrieben, es ist nicht einfach, aber es hilft!


Das Zentrum der Welt

Das sind immer wir. Jeder sieht die Welt zuerst einmal immer aus seiner ureigensten Perspektive. Jede Erfahrung ist selbstgemacht. In der Wissenschaft wird das als Spotlight-Effekt bezeichnet. Wir denken immer, dass jeder den Fleck auf unserer Kleidung sehen muss. Der ist doch wirklich auffällig. In Wirklichkeit ist er aber nicht halb so auffällig wie wir denken. Für uns steht er zwar im Zentrum unserer eigenen kleinen Welt, aber sonst nimmt in der Regel kaum jemand Notiz davon.


Vorhersagen

Unser Verstand liebt Aufmerksamkeit und bezieht alles auf sich. Selbst allgemeingültige Aussagen sind für ihn relevant und er versucht diese in individuelle Bewertungen umzumünzen, im Positiven wie im Negativen. Daher passen allgemein gehaltene Horoskope in Tageszeitungen auch immer so gut auf das Individuum. Man bezeichnet dieses Phänomen als den Barnum-Effekt.


Also:

  • Gewohnheiten sind Abkürzungen

  • Wegen Gefühlen kommt es bisweilen zu kognitiver Dissonanz

  • Sich den gefühlten und realen Tatsachen stellen hilft weiter

  • Wir sind das Zentrum unserer eigenen Welt und es gibt noch eine Welt da draußen


Inspiriert wurde dieser Text von „Glaub nicht alles, was du denkst“ (Alexandra Reinwarth)


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